Eine fortlaufende Serie von Portraits von Frauen, um deren Errungenschaften zu würdigen und ihre Bekanntheit zu vergrößern.
Hidden Championnes – Contemporary
Portraits of unseen, hidden women heroines
An ongoing series of portraits of women to honor their achievements and increase their visibility.
About these portraits
Over the centuries, there have been repeated attempts to bring special women back into the collective memory. This is one of the reasons why we still know today about women whose work would otherwise have been forgotten. And who knows how many women have nevertheless suffered this fate?
In these portraits of women whose names are not well known, the interplay of chance (ink) and realistic representation (oil) obscures the view of the subject. You have to look more closely to recognize the woman.
Exhibition Shop
These portraits of the Hidden Championnes Series can be purchased. Questions? Please get in touch!
Alice Augusta Ball
Von der Chemie zur medizinischen Innovation
Alice Ball entwickelte sich früh zu einer außergewöhnlichen Wissenschaftlerin. Als erste Afroamerikanerin erwarb sie ihren Master in Chemie an der University of Hawaii. Ihre Expertise in der chemischen Analyse von Pflanzeninhaltsstoffen führte sie zur Arbeit an einem der drängendsten medizinischen Probleme ihrer Zeit: der Behandlung von Lepra. Während auf Hawaii lebende Kontinentalamerikaner zur Behandlung aufs Festland reisen durften, wurden Einheimische mit der Diagnose ins Exil auf die Insel Molokai geschickt – meist ein Todesurteil.
Der wissenschaftliche Durchbruch
Mit nur 23 Jahren gelang Ball eine bahnbrechende Entdeckung. Sie entwickelte eine Methode, das traditionelle Chaulmoogra-Öl, das bis dahin wegen seiner klebrigen Konsistenz kaum anwendbar war, in eine injizierbare Form zu bringen. Ihre komplexe, aber elegante Technik bestand darin, die Fettsäuren des Öls zu isolieren und in ihre Ethylester umzuwandeln. Diese "Ball-Methode" wurde zur ersten wirksamen Behandlung gegen Lepra und blieb bis zur Entwicklung von Antibiotika die Standardtherapie.
Tragisches Ende und späte Anerkennung
Ball konnte ihre revolutionäre Entdeckung nicht mehr selbst publizieren. Sie starb 1916 unter ungeklärten Umständen, möglicherweise an den Folgen eines Laborunfalls. Der Universitätspräsident Arthur Dean nutzte ihre Forschung, um sie unter seinem Namen zu veröffentlichen. Nur ihr Kollege Harry Hollmann ehrte sie, indem er die Behandlungsmethode als "Ball-Methode" bezeichnete. Erst in den 1970er Jahren wurde durch Archivrecherchen ihre wahre Rolle bei der Entwicklung der Lepra-Therapie wiederentdeckt. 2019 ehrte die London School of Hygiene and Tropical Medicine Ball durch die Aufnahme ihres Namens in das Fries ihres Hauptgebäudes. Hawaii erklärte 2022 den 28. Februar zum Alice Augusta Ball Day.
Bobbi Gibb (b. 1942)
American Marathon Runner In 1966, Bobbi Gibb wanted to run the Boston Marathon. The rejection came promptly: women were "physiologically incapable" of running a marathon. Gibb hid in the bushes, jumped into the field of runners, and ran – at 3 hours 21 minutes, faster than two-thirds of the men. She simply did it. This ink drawing is based on a photograph from 1966 showing her after completing the run.
Cecilia Payne
Eine astronomische Entdeckung verändert das Weltbild
Als Cecilia Payne 1925 ihre Doktorarbeit vorlegte, ahnte niemand, dass sie damit das Verständnis des Universums grundlegend verändern würde. Mit innovativen Methoden zur Analyse von Sternspektren bewies sie, dass Sterne zu 98% aus Wasserstoff und Helium bestehen. Diese Erkenntnis widersprach der damals herrschenden Theorie, nach der Sterne eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie die Erde haben sollten. Der führende Astronom Henry Norris Russell drängte sie, ihre revolutionären Schlussfolgerungen abzuschwächen – nur um sie vier Jahre später selbst zu veröffentlichen und dafür die wissenschaftliche Anerkennung zu ernten.
Durchbruch trotz akademischer Hürden
Der Weg zur wissenschaftlichen Karriere war für Payne steinig. In England wurde ihr ein Universitätsabschluss verwehrt, weshalb sie in die USA auswanderte. An der Harvard-Universität erhielt sie zwar die Möglichkeit zu forschen, jedoch zunächst ohne angemessene Stelle oder Bezahlung. Ihre brillanten Analysen der Sternspektren und die Entwicklung neuer Methoden zur Bestimmung der Sternatmosphären machten sie dennoch zu einer der einflussreichsten Astronominnen ihrer Zeit. 1956 wurde sie schließlich erste Professorin in Harvard und erste Frau, die eine wissenschaftliche Abteilung leitete.
Ein wissenschaftliches Erbe von kosmischer Dimension
Paynes Arbeit legte den Grundstein für unser modernes Verständnis der Sternentwicklung. Ihre Methoden zur Analyse von Sternspektren und zur Bestimmung der chemischen Zusammensetzung von Himmelskörpern sind bis heute fundamental für die Astrophysik. In ihrer späteren Karriere kartierte sie mit ihrem Mann Sergei Gaposchkin über 3 Millionen Sterne und schrieb Standardwerke der Astronomie. Otto Struve, ein bedeutender Astronom ihrer Zeit, bezeichnete ihre Doktorarbeit als "zweifellos die genialste Dissertation, die je in der Astronomie geschrieben wurde". Heute gilt ihre Entdeckung der chemischen Zusammensetzung der Sterne als eine der wichtigsten astronomischen Erkenntnisse des 20. Jahrhunderts.
Christine de Pizan (c.1365–1430) was a medieval author read throughout Europe. In the final year of her life she composed an ode to Joan of Arc, the Maid of Orléans, whose significance she was the first to recognise. Christine is the only person to celebrate Joan's achievement whilst Joan was still alive. The ink drawing shows Christine de Pizan in her characteristic widow's dress (with the headdress known as a hennin), composing the ode to Joan.The text on the drawing is an extract from Christine de Pizan's original verses and reads: Nous as de
mal, Pucelle eslite!
Considerée ta
personne, Qui es
une jeune pucelle,
A qui Dieu forceet povoir donne
D’estre le champion et celle Qui donne
à France la mamelle
De paix et doulce
norriture, Et ruer jus
la gent rebelle,
Véez bien chose oultre
nature! ... Car se /Translated, this passage reads: "When we take your person into account, you who are a young maiden, to whom God gives the strength and power to be the champion who casts the rebels down and feeds France with the sweet, nourishing milk of peace, here indeed is something quite extraordinary!"
Ink drawing with wooden frame and passepartout (18x24cm)About Christine de Pizan (Pisan) * ~1364 (Venice), † 1430 Poissy (France) Christine de Pizan was an author of the late Middle Ages who was a strong advocate for women, but not only. Widowed at a young age with three children, she faced enormous challenges, which she tackled with courage. Educated by birth, she soon devoted herself to writing texts - first poems, then treatises, biographies and novels. “The City of Ladies” (1405) is her best-known work, which focuses on the achievements of women since antiquity and the (metaphorical) space in which they can thrive: their own city. Christine de Pizan had many admirers and supporters of her works - including influential women and men at European courts. She wrote until the end of her life in 1430 and had her texts copied in a writing workshop. There were already numerous translations of her works during her lifetime. Her works continued to be read and copied for another ~150 years after her death.
Daphne Oram
Visionärin der elektronischen Musik
Daphne Oram erkannte früh das Potenzial elektronischer Klangerzeugung. Als Teenager lehnte sie ein Musikstudium am Royal College of Music ab, um stattdessen bei der BBC als Tontechnikerin zu arbeiten. In Nachtschichten experimentierte sie heimlich mit Tonbandgeräten und entwickelte innovative Techniken der Klangmanipulation. 1958 überzeugte sie die BBC, das legendäre Radiophonic Workshop zu gründen – eines der ersten Studios für elektronische Musik weltweit. Unter ihrer Leitung entstanden dort revolutionäre Klangexperimente.
Die Erfindung von Oramics
Orams Meisterwerk war die Entwicklung von "Oramics" – ein einzigartiges System, bei dem Komponisten Klänge direkt auf Film zeichnen konnten. Die Oramics-Maschine wandelte diese visuellen Muster in elektronische Töne um. Diese Innovation verband erstmals grafische Notation direkt mit Klangerzeugung und ermöglichte völlig neue Formen des musikalischen Ausdrucks. Das System war seiner Zeit so weit voraus, dass es erst Jahrzehnte später, im Zeitalter digitaler Musikproduktion, in seiner vollen Bedeutung erkannt wurde.
Verkanntes Genie
Orams Weigerung, ihre experimentelle Arbeit kommerziellen Anforderungen unterzuordnen, führte zum Bruch mit der BBC. In ihrem privaten "Oramics Studios for Electronic Composition" setzte sie ihre Forschungen fort und schrieb mit "An Individual Note of Music, Sound and Electronics" (1972) ein wegweisendes Buch über elektronische Musik. Trotz ihrer Pionierleistungen geriet sie zu Lebzeiten weitgehend in Vergessenheit. Ihre Oramics-Maschine wurde erst 2016 im Science Museum London restauriert und ausgestellt. Heute wird sie als Vorreiterin der elektronischen Musik und frühe Vertreterin der "Visuellen Musik" gewürdigt, die Technologie und künstlerischen Ausdruck auf revolu
Harriet Taylor Mill
Intellektuelle Pionierin in einer restriktiven Zeit
Harriet Taylor Mill entwickelte sich trotz der massiven Beschränkungen der Frauenbildung im frühen 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Intellektuellen. Als Autodidaktin organisierte sie philosophische Diskussionsrunden in ihrem Haus, die führende Denker ihrer Zeit anzogen. Ihre Ehe mit John Stuart Mill 1851, nach 20-jähriger geistiger Partnerschaft, begründete eine der wichtigsten philosophischen Kollaborationen der Geschichte – auch wenn ihr Anteil daran erst ein Jahrhundert später anerkannt wurde.
Revolutionäre Ideen zu Geschlecht und Gesellschaft
Taylor Mills Schriften stellten die Grundfesten der viktorianischen Gesellschaft in Frage. Ihr Essay "The Enfranchisement of Women" war revolutionär: Er forderte nicht nur das Wahlrecht für Frauen, sondern vollständige Gleichberechtigung in Bildung, Beruf und Ehe. Sie argumentierte, dass häusliche Gewalt und die wirtschaftliche Abhängigkeit der Frauen zusammenhängende gesellschaftliche Probleme seien, die eine systematische Reform erforderten. Anders als viele Zeitgenossen, die Frauenrechte moralisch begründeten, entwickelte Taylor Mill radikale ökonomische und politische Argumente für die Gleichstellung der Geschlechter.
Ein wiederentdecktes Vermächtnis
Obwohl J.S. Mill ihre entscheidende Rolle in seinen Werken offen anerkannte und sie als Co-Autorin vieler seiner wichtigsten Schriften bezeichnete, wurde ihr Einfluss von der viktorianischen Gesellschaft weitgehend ignoriert. Nach ihrem Tod wurden selbst die Würdigungen ihres Mannes oft als bloße Ehrerbietung statt als Anerkennung ihrer intellektuellen Partnerschaft interpretiert. Viele ihrer gemeinsam entwickelten Ideen zu Freiheit, Frauenrechten und sozialer Reform erschienen unter seinem Namen. Die moderne Forschung hat begonnen, das Ausmaß ihres Einflusses auf Standardwerke wie "Über die Freiheit" und "Prinzipien der politischen Ökonomie" aufzudecken. Ihre eigenständigen Schriften zu Frauenemanzipation, häuslicher Gewalt und Ehereform werden heute als bahnbrechende Beiträge zur feministischen Philosophie und politischen Theorie anerkannt.
Large size ink drawing About Christina Koch (*1979)Christina Koch is U.S. astronaut who recently orbited the Moon on the Artemis 2 mission. She mentioned in a 2020 radio interview with US radio station NPR that her husband would regularly call her on the ISS to
ask where he could find things – especially he couldn't find the printer paper.This drawing imagines what her husband thought right before picking up the telephone and calling her while she was on duty up on mission on the ISS International Space Station
She is the woman who demanded a public trial, in which her husband and 50 other perpetrators were convicted. Gisèle Pelicot declared publicly: shame must change sides. («Que la honte change de camp.») It is not the woman who should feel ashamed, but the perpetrators. Her words stand for a long overdue reorientation in how we deal with sexual abuse, where to this day the blame is often reversed onto the victim ("Well, what was she wearing?"). Perpetrators are perpetrators.
Her face has stayed with me. Her calm, open gaze in the face of the appalling acts dealt with in the trial astonishes me again and again. For me – and for many others – Gisèle Pelicot is an icon of freedom and justice. Ink drawing based on a photograph from around the time of the trial.
In 1888 American Investigative Journalist Nellie Bly (1864-1922) had an idea: she wanted to travel around the world in less than 80 days – turning the fictional record from Jules Verne's novel "Around the World in Eighty Days" into reality. Her publisher was sceptical. A woman? Impossible. She would need a male escort, would drag along far too much luggage, and in any case spoke only English. Better to send a man.
Bly's reply: "Start the man – I'll start the same day for another newspaper and beat him." The publisher gave in. On 14 November 1889 she set off, with a single small travel bag (a mere 40 x 18 cm). Precisely the luggage that a woman, it had been claimed, could never possibly limit herself to. 72 days, 6 hours and 11 minutes later she was back – faster than any man before her. A sensation! This ink drawing shows Nellie Bly with that very travel bag.
Inge Lehmann (1888-1993) was a Danish geophysicist and the first dedicated seismologist. She observed deviant waves after a major earthquake in New Zealand in 1929 and then proved in 1936 that the earth must have a hard core - and not, as previously assumed, a liquid magma core. Inge Lehmann researched and published throughout her life, most recently in 1987, when she was almost 90 years old. In an interview, she once soberly stated: "You should know how many incompetent men I had to compete with in vain." The painting technique of this work The basis is a white canvas, which initially was colored with ink in a random process. In the next step, the artist paints the portrait on these colored areas. The idea behind this type of representation is the fact that women and their contributions are not seen clearly and unambiguously. The portrait series aims to make women and their achievements - like Inge Lehmann - more visible and thus better known. About the portrait This portrait is based on a historical photo of Inge Lehmann from the 1930s - the very time in which she made and proved her most important groundbreaking discovery. The choice of green as the color for her jacket is an artistic interpretation. Who was Inge Lehmann? Lehmann, who had studied mathematics at the Universities of Copenhagen and Cambridge, investigated how the energy released by earthquakes moves through the earth. While examining data from a major earthquake in New Zealand in 1929, she discovered that energy waves in the earth's layers, known as seismic waves, occurred in unexpected places.She suspected that they must have been deflected by some kind of boundary in the earth's core.This led her to theorize in 1936 that the Earth's core consists of two parts: a solid metal core surrounded by an outer liquid core, disproving the common theory of a completely liquid core.Despite her success, Lehmann recounted how she struggled against the male-dominated research community, once remarking: "You should know how many incompetent men I had to compete with in vain." In addition to numerous awards and honors for her scientific achievements, a beetle species Globicornis (Hadrotoma) ingelehmannae was named after her in 2015.
Lise Meitner
Pionierin der Kernphysik
Lise Meitner brach als Wissenschaftlerin mehrfach Barrieren: Als zweite Frau promovierte sie an der Universität Wien in Physik und wurde später erste Physik-Habilitandin in Preußen. Am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin-Dahlem etablierte sie sich als international anerkannte Expertin für Radioaktivität. In 30-jähriger Zusammenarbeit mit Otto Hahn entwickelte sie neue Methoden der Kernphysik. Trotz ihrer Position als Abteilungsleiterin musste sie als Frau anfangs durch den Hintereingang ins Institut und durfte nicht in den Labors der Chemie-Abteilung arbeiten.
Die Entdeckung der Kernspaltung
Der wissenschaftliche Durchbruch kam 1938/39: Nach ihrer Flucht vor den Nazis nach Schweden interpretierte sie gemeinsam mit ihrem Neffen Otto Frisch die von Hahn durchgeführten Experimente. Sie erkannte als Erste, dass bei der Bestrahlung von Uran eine Kernspaltung stattfand, und berechnete die dabei freiwerdende Energie. Diese fundamentale Entdeckung, die sie mit Frisch publizierte, legte den Grundstein für die weitere Kernforschung. Während Otto Hahn 1944 den Nobelpreis für Chemie erhielt, wurde Meitners entscheidender theoretischer Beitrag von der Nobelpreis-Jury ignoriert.
Wissenschaftliches Vermächtnis
Meitner lehnte trotz ihrer bahnbrechenden Erkenntnisse jede Beteiligung an der militärischen Nutzung der Kernspaltung ab. In Schweden setzte sie ihre Forschung fort und erhielt zahlreiche wissenschaftliche Ehrungen. Das Element 109 wurde als Meitnerium nach ihr benannt, ebenso wie Forschungsinstitute und wissenschaftliche Auszeichnungen. Albert Einstein nannte sie "unsere Marie Curie". Dennoch wurde die volle Bedeutung ihrer wissenschaftlichen Leistungen erst posthum erkannt. Heute gilt sie als herausragendes Beispiel einer Wissenschaftlerin, die trotz geschlechterspezifischer und politischer Hindernisse Außergewöhnliches leistete und deren Entdeckungen die Physik des 20. Jahrhunderts fundamental prägten.
Lotte Reiniger
Pionierin des Animationsfilms
Lotte Reiniger entdeckte früh ihre Leidenschaft für das Schattentheater und die aufkommende Filmkunst. Bereits als Teenager schnitt sie komplexe Silhouetten und experimentierte mit Bewegung. Am Institut für Kulturforschung in Berlin entwickelte sie in den 1920er Jahren ihre revolutionäre Technik: Sie schuf detaillierte Figuren aus schwarzem Karton mit beweglichen Gelenken, die sie Frame für Frame auf einer beleuchteten Glasplatte fotografierte. Ihre Innovation ging noch weiter: Sie entwickelte eine Multiplan-Kamera, die verschiedene Bildebenen ermöglichte – eine Technik, die Walt Disney erst Jahre später aufgriff.
Meilenstein der Filmgeschichte
Ihr größter Erfolg "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" (1926) war eine technische und künstlerische Sensation. Drei Jahre arbeitete sie mit ihrem Team an dem 65-minütigen Silhouettenfilm, der damit der erste abendfüllende Animationsfilm der Geschichte wurde – deutlich vor Disneys "Schneewittchen" (1937). Der Film verband orientalische Märchen aus "Tausendundeiner Nacht" mit innovativer Animationstechnik und filigraner Handwerkskunst. Jede Bewegung der Figuren wurde einzeln fotografiert, was etwa 24 Aufnahmen pro Filmsekunde erforderte.
Künstlerisches Vermächtnis
Trotz ihrer bahnbrechenden Arbeit blieb Reiniger bescheiden und widmete sich weiter ihrer Kunst – auch unter schwierigen Bedingungen. 1936 verließ sie mit ihrem Mann Carl Koch Nazi-Deutschland und lebte in verschiedenen europäischen Ländern, bevor sie sich in England niederließ. Dort produzierte sie weiterhin Filme, darunter Werbefilme und Märchenadaptionen für das britische Fernsehen. Bis zu ihrem Tod 1981 schuf sie über 40 Filme in ihrer einzigartigen Technik. Ihre innovative Bildsprache und handwerkliche Präzision beeinflussten nachfolgende Generationen von Animationskünstlern. Heute wird sie zunehmend als Vorreiterin des Animationsfilms gewürdigt, die nicht nur technische Grenzen überwand, sondern auch als Frau in der frühen Filmgeschichte Außergewöhnliches leistete.
Ink illustration on paperMargarete Steffin, now recognized as Bertolt Brecht’s co-author, worked intensively—along with several other women—on his plays, for which he alone received the credit.Margarete Steffin – Author and playwright* 21. März 1908 Rummelsburg (b. Berlin), † 4. Juni 1941 Moskau Margarete Steffin, a writer, helped shape Brecht’s most important works. As his closest collaborator, her role remained unrecognized for a long time. Margarete Steffin came from a humble background—she started out as a factory worker and managed to become a prominent literary figure—yet she never received the public recognition she deserved during her lifetime. As a close collaborator of Bertolt Brecht, she made significant contributions to his best-known works, including *Mother Courage*, *The Good Person of Szechwan*, and *The Life of Galileo*. This highly gifted self-taught writer brought her experiences from the labor movement to bear on Brecht’s work and became the most important critic and editor of his texts. Her own poems and prose demonstrated her literary talent. Despite suffering from severe tuberculosis, she worked tirelessly until her untimely death in Soviet exile. Her significant contribution to Brecht’s work was not recognized until decades later, following research into his estate.
Margarete Steffin
Von der Fabrik zur Literatur
Margarete Steffin, 1908 in Berlin geboren, entstammte einfachsten Verhältnissen. Als Fabrikarbeiterin bildete sie sich autodidaktisch weiter und engagierte sich in der Arbeiterbewegung. Über das kommunistische Arbeitertheater lernte sie Bertolt Brecht kennen, der ihr außergewöhnliches Talent erkannte. Sie entwickelte sich von der Schauspielerin zur unverzichtbaren literarischen Mitarbeiterin, die seine Texte nicht nur kritisch prüfte, sondern auch wesentlich mitgestaltete. Ihre eigenen literarischen Arbeiten – Gedichte, Prosatexte und Theaterstücke – zeugten von bemerkenswertem künstlerischem Potential.
Prägende Kraft im Hintergrund
Als Brechts engste Vertraute im Exil prägte Steffin seine produktivste Schaffensperiode. Sie recherchierte, übersetzte, korrigierte und verfasste eigenständig Textpassagen. Ihre Erfahrungen aus der Arbeiterwelt und ihr politisches Bewusstsein flossen in zentrale Werke wie "Mutter Courage" ein. Die Zusammenarbeit war intensiv: In einem Brief bezeichnete Brecht sie als seine wichtigste Mitarbeiterin, deren Urteil er mehr vertraute als seinem eigenen. Dennoch blieb ihre Rolle zu Lebzeiten weitgehend unbekannt.
Späte Anerkennung einer Wegbereiterin
Steffin starb 1941 im Alter von nur 33 Jahren in Moskau an Tuberkulose, auf der Flucht vor den Nationalsozialisten. Bis zuletzt arbeitete sie trotz schwerer Krankheit an literarischen Projekten. Erst die Forschung in Brechts Nachlass offenbarte das Ausmaß ihrer Mitarbeit: Ihre Handschrift findet sich in zahllosen Manuskripten, ihre Anmerkungen formten viele seiner bekanntesten Werke. Heute wird sie zunehmend als eigenständige Literatin und wichtige Impulsgeberin des Brechtschen Werks gewürdigt – eine Künstlerin, die trotz ihrer kurzen Lebenszeit bleibende Spuren in der deutschen Literaturgeschichte hinterließ.
Bold and unwavering in pursuit of the truth. Nellie Bly (1864-1922) feigned a nervous illness in order to go undercover in a psychiatric clinic (then called a "lunatic asylum"). 1889: around the world in 72 days – a sensation!In 1887, Bly fought her way into a job at the New York World, Joseph Pulitzer's leading newspaper. Her first assignment: to infiltrate the notorious Women's Lunatic Asylum on Blackwell's Island. Under the pseudonym "Nellie Brown", she feigned mental illness before several doctors and a judge – and was committed. Her editor's instruction was almost ironic: she should stop smiling, so as not to give herself away. For ten days she endured the brutal conditions. Her report "Ten Days in a Mad-House" made her famous, led to an investigation of the clinic, and secured considerably greater funding for the care of the mentally ill. Bly is regarded as a pioneer of modern investigative journalism.
* July 7, 1861 in Cavendish (Vermont, USA), † May 4, 1912 in Baltimore (Maryland, USA) Nettie Stevens discovered that chromosomes determine biological sex. At a time when women were “blamed” for giving birth to a daughter (instead of the longed-for male governor), this is particularly special. Her discovery was due to the fact that she also conducted research on female fruit flies - and not just on sperm like her professor - and thus found the difference: the biological female sex is defined by two larger chromosomes, while the biological male sex has one large and one small chromosome. A sensation! But her professor cleverly claimed the discovery for himself and to this day is solely responsible for the discovery of sex determination by chromosomes in all biology books. Incidentally, it was Nettie Stevens who introduced the common fruit fly (Drosophila) to laboratory research, replacing the less suitable mealworm. Nettie died young of breast cancer. She was active in research throughout her life and published over 40 scientific papers.
Margaret Crane (*1941 in the USA) is a graphic designer and inventor of the pregnancy test for home use. Her idea and prototype were recognized in 2 patents (1969).However, the home pregnancy test was not successfully launched on the US market until much later (around 1977). Despite its success, Margaret Crane never saw a penny for her patented invention. The painting technique of this work The basis is a white canvas, which was colored with ink in a random process. In the next step, the artist paints the portrait into the resulting areas. The idea behind this type of representation is the fact that women and their contributions are not seen clearly and unambiguously. The portrait series aims to make women like Margaret Crane more visible and thus better known. Who is Margaret Crane? At the age of 26, Crane was hired by the pharmaceutical company Organon in 1967 to work on a new line of cosmetics for the company.When she visited the company's laboratory one day, she noticed a lot of test tubes.She asked curiously, and to her surprise, they were pregnancy tests - for use by doctors. Each test tube contained reagents that, when mixed with the urine of a pregnant woman, indicated pregnancy by forming a red ring at the bottom of the test tube. Inspired by this, Crane saw the possibility of using this as a home pregnancy test.She thought it was so simple that women could perform this test at home without medical supervision, and in a quicker way.Crane had no prior scientific knowledge, but she wanted the pregnancy test to be a private matter for every woman. So Crane took matters into her own hands and began working on her prototype at her home in New York.She designed her first model, which resembled the tests she had observed in her laboratory.Her idea and the prototype were rigorously rejected.Nevertheless, her employer Organon applied for patents on her behalf in 1969, which were accepted.Years later, in 1977, the model proposed by Crane was sold throughout the USA under the name "Predictor".
Although her name was on the patents for the device, Organon licensed the product to three over-the-counter pharmaceutical companies, and Crane never received a penny for her design. She had to sign away her rights for a dollar and never saw that dollar.
Crane and her partner Ira Sturtevant, who supported Crane in her endeavors, later formed an advertising and design firm called Ponzi & Weill.
Henrietta Vansittart, née Lowe (1840-1883) was a British engineer. After the death of her father, she developed his propeller design to patent maturity. Without attending formal school or university, she achieved what her father had previously failed to do: she was awarded a US patent (1868) and numerous other patents for the invention, which saved fuel and thus made shipping more efficient at the time. The technique of this workThe artist mixes oil paint with ink, which forms the basis of this depiction in an experimental process. First, a fine preliminary drawing is made on the canvas with light, thinly applied oil paint. (Some of these contours can be seen below right.) After the underpainting has dried, the canvas is randomly colored with water and ink. This creates surfaces and areas that are not wetted by the ink. In the final step, the artist fills in all the remaining areas with oil paint. About the portrait There is only one documented depiction of Henrietta Vansittart that actually shows her: On a newspaper page, you can see her holding a greatly reduced model of her ship's propeller. The original image is black and white. The artist imagines a color scheme for the engineer's clothing and hair color.
Christine de Pizan (around 1364-1430) wrote an ode praising Jeanne d'Arc when Jeanne was still alive. Christine was the only one who recognized Jeanne's importance that early—both women were reckless in their own right.Original drawing (15x15cm) with wooden frame and passepartout (20x20cm, oak)
*25.07.1920 in London, † April 16, 1958 in London Chemist and pioneer of DNA research with the first photograph showing the shape of DNA. Two colleagues made use of her discovery and did not even mention it in their acceptance speech after receiving the Nobel Prize for it. By this time, Rosalind Franklin had already died. It was only later - because the two male scientists boasted in a publication that they had the picture from Rosalind's laboratory - that it became known that research into DNA was only possible with her discovery. About the portrait There are several photographs of Rosalind Franklin showing her in her laboratory as well as some formal portraits in the style of the time. Roxana Panetta used one of these photographs as a model for this painted portrait. Roxana Panetta interprets the photo in her technique, which combines classical oil painting with experimental ink, and has Rosalind Franklin look into the camera: Unlike in the original photograph, Rosalind Franklin looks at us, straight, with an open gaze that suggests interest in the other person.
Sara E. Goode, geb. …Zum Portrait … genau hinsehen, zweimal schauen bis ihre Gesichtszüge in dem Dunkel der Tusche sichtbar werden … der Schleier der Geschichte
She is the woman who demanded a public trial, in which her husband and 50 other perpetrators were convicted. Gisèle Pelicot declared publicly: shame must change sides. («Que la honte change de camp.») It is not the woman who should feel ashamed, but the perpetrators. Her words stand for a long overdue reorientation in how we deal with sexual abuse, where to this day the blame is often reversed onto the victim ("Well, what was she wearing?"). Perpetrators are perpetrators.Her face has stayed with me. Her calm, open gaze in the face of the appalling acts dealt with in the trial astonishes me again and again. For me – and for many others – Gisèle Pelicot is an icon of freedom and justice. Ink drawing based on a photograph from around the time of the trial.
Sister Rosetta Tharpe
Die Erfinderin des Rock'n'Roll-Gitarrensounds
Sister Rosetta Tharpe revolutionierte die Musikwelt mit einer Mischung, die es so noch nie gab: Sie kombinierte spirituelle Texte mit einer elektrisch verstärkten Gibson SG-Gitarre und entwickelte einen einzigartigen Stil aus Blues-Riffs, Jazz-Swing und virtuosen Soli. Geboren in Cotton Plant, Arkansas, begann sie als Wunderkind in der Kirche, entwickelte sich aber schnell über die Grenzen der Gospelmusik hinaus. Ihr Signature-Sound – verzerrte Gitarrenakkorde, innovative Bendings und ein kraftvolles Picking – legte den Grundstein für den Rock'n'Roll.
Einfluss auf die Giganten des Rock'n'Roll
Ihre Wirkung auf die nachfolgende Generation von Musikern war immens. Elvis Presley besuchte als Teenager ihre Konzerte und übernahm ihre Bühnenpräsenz. Chuck Berry kopierte bewusst ihre Gitarrentechnik, Little Richard nannte sie seine größte Inspiration. Johnny Cash bezeichnete sie als seine Lieblingssingerin aus seiner Jugend. Jerry Lee Lewis, Carl Perkins und Eric Clapton wurden ebenfalls stark von ihr beeinflusst. Tharpe durchbrach als erste afroamerikanische Gospelkünstlerin die "Color Line" im Radio und trat als erste schwarze Musikerin mit weißen Bands auf.
Vergessene Pionierin
Trotz ihrer bahnbrechenden Rolle wurde Tharpes Bedeutung lange unterschätzt. In den 1940er Jahren füllte sie Stadien und war ein Star in Radio und Fernsehen. Ihr Auftritt 1964 auf einem verlassenen Bahnhof in Manchester für das britische Fernsehen wurde legendär und inspirierte eine neue Generation britischer Musiker. Nach ihrem Tod 1973 geriet sie jedoch in Vergessenheit – möglicherweise weil sie als schwarze Frau in der von weißen Männern dominierten Rockgeschichte nicht ins gängige Narrativ passte. Erst in den letzten Jahren wurde ihre zentrale Rolle als "Godmother of Rock'n'Roll" wiederentdeckt. Die späte Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame 2018 würdigte endlich ihre Pionierrolle bei der Entstehung des Rock'n'Roll.
Im Blog www.hidden-championnes.art werden die portraitierten Frauen ausführlich vorgestellt und weiterführende Links zu Originalquellen, Büchern und Podcasts laden zu Beschäftigung mit ihren Biographien ein.